III.1 Die Ausbreitung der Buchdruckerkunst
Grundsätzlich ist von einer raschen Verbreitung der Buchdruckerkunst auszugehen, durch die sich die Produktionsbedingungen grundlegend veränderten. »Keine zehn Jahre nach Gutenbergs Tod war seine Technik in den meisten europäischen Ländern verbreitet.« [1] Der Mobilletterndruck war dabei, »im Gegensatz zu der Handschriftenherstellung, bei der sich Skriptorien durchaus in abgelegenen Klöstern etablieren konnten« [2], ein städtisches Phänomen.
Hier gab es für die mit hohen Kosten verbundene Massenproduktion von Texten ein Lesepublikum, hier gab es in den Bibliotheken die Vorlagen, hier lebten die Korrektoren, und vor allem war hier das für die Finanzierung dringend benötigte Kapital sowie nach der Beendigung des Druckvorgangs der Handel für den Absatz vorhanden. [3]
Bis zum Jahr 1470 wurden im deutschsprachigen Raum außer in Mainz in Bamberg (1458/59), Straßburg (1458/59), Köln (1464/65), Eltville im Rheingau (1467), Basel (1468), Augsburg (1468), Konstanz (1468/69) und Nürnberg (1469/70) Druckereien gegründet. [4] Für die übrigen Teile Europas finden sich die Städte Rom (1467), Venedig (1469), Neapel (1470) und Paris (1470) in der Liste der frühesten Druckorte. [5]
Im Zeitraum von 1470 bis 1480 ist dann eine besonders deutliche Zunahme von Städten mit aktiven Druckerpressen zu verzeichnen. In diesem Zeitraum wächst ihre Anzahl in Italien etwa um das Achtfache und konnte im deutschsprachigen Raum – hier war die Verbreitung des Buchdrucks zu Beginn natürlich besonders ausgeprägt – immerhin mehr als verdoppelt werden. [6] Gedruckt wurde hier dann auch in den Städten Beromünster (1470), Speyer (1471), Lauingen (1472), Ulm (1473), Eßlingen (nicht nach 1473), Merseburg (1473), Lübeck (1473), Erfurt (1473), Marienthal im Rheingau (1474), Blaubeuren (1475), Breslau (1475), Burgdorf im Kanton Bern (1475), Rostock (1476), Reutlingen (1477), Fautsberg-Rheinstein bei Bingen (1477), Schussenried (1478), Zürich (um 1479), Würzburg (1479), Urach (1479/80), Memmingen (1480), Passau (1480) und Magdeburg (1480). [7]
Diese immense Steigerungsrate der Druckorte, der die weit ausgreifende geographische Expansion entspricht, wird in den folgenden Dekaden nicht mehr erreicht. 1490 existieren 105 Druckorte in Europa, bis 1500 ist die Entwicklung mit noch 81 produzierenden Druckorten bereits rückläufig. [8]
Erst verspätet konnte sich der Buchdruck in England, auf der iberischen Halbinsel und im Nordosten Europas etablieren. Es waren hauptsächlich diese Gebiete, welche häufig von den dominierenden Buchmärkten Italiens, Deutschlands und Frankreichs mit Büchern beliefert wurden. [9]
Die Schätzungen der Wissenschaftler über die Gesamtzahl der im 15. Jahrhundert erschienenen Ausgaben schwanken zwischen 24 000 und 40 000. [10] Die überzeugenden Hochrechnungen von Karl Dachs und Wieland Schmidt auf Basis der Daten des Gesamtkatalogs der Wiegendrucke (GW) ermitteln mit mindestens 26 365 Auflagen einen Wert am unteren Ende der bis dahin angenommenen Ruantitäten. [11] Unsicher aber bleibt zum Beispiel die Anzahl der Inkunabeln, die »heute gar nicht mehr erfaßt werden können, weil von ihnen kein einziges (Teil-)Exemplar mehr existiert« [12]. Alleine die Menge der entstandenen Ausgaben ist allerdings auch wenig aussagekräftig, da über die Auflagenhöhe, die als Multiplikator der einzelnen Drucke benötigt wird, in vielen Fällen zu wenig in Erfahrung gebracht werden kann. Es sind deswegen zwar keine absoluten Zahlenangaben über die mechanische Buchproduktion der Wiegendruckzeit möglich, jedoch erlauben die Berechnungen zumindest Annäherungswerte und demzufolge eine Beschreibung deren relativer Entwicklung. [13]
Ob man nun zwanzig oder vierzigtausend verschiedene Drucke mit einer Auflage von einhundert oder dreihundert Exemplaren annimmt – in jedem Fall breiteten sich die Druckerzeugnisse von Jahr zu Jahr aus und gehörten bald zur alltäglichen Umwelt der Stadtbevölkerung. [14]
»In Anbetracht der unter den Handwerkern im Mittelalter üblichen Geheimhaltung innovativer und traditioneller Verfahren« [15] war die schnelle Ausbreitung der ars impressoria durchaus ungewöhnlich. Dennoch blieb »sie eine Kunst, die, wie freilich manche andere auch, beim praktischen Handeln in den Werkstätten vom Meister auf die Lehrlinge weitergegeben« [16] wurde. Es waren zuallererst die deutschen Drucker und ihre Gesellen, die sich auf den Weg machten, um in weiteren Städten Offizinen zu installieren und neue Märkte zu erschließen. Insbesondere die zügige Verbreitung des Buchdrucks im Italien der 1470er Jahre »wird maßgeblich von deutschen Druckern getragen« [17].
Das Wissen über die neue Technologie wurde bis auf weiteres nicht in jenem Medium veröffentlicht, welches sie selbst erzeugte. [18] Das mag einmal daran gelegen haben, daß sie eine Handwerkskunst war, die sich »zu Geld machen ließ – aber eben nur solange, wie die Informationen nicht ›gar zu gemein‹ wurden« [19]. Zum anderen handelt es sich – wie gezeigt werden konnte – bei der Gutenbergschen Erfindung insgesamt um eine äußerst komplexe Technik, deren »handlungsleitenden und orientierungsrelevanten Informationen [sich] nur unter großen Verlusten aus ihren Zusammenhängen lösen und in andere Medien transformieren lassen« [20]. Vermutlich begründeten diese beiden Faktoren die insgesamt ungünstige Quellenlage über den frühen Buchdruck.
»Ganz allgemein läßt sich daher mit einiger Sicherheit nur angeben, daß Verkaufsauflagen von unter 100 und über 1.000 Exemplaren im 15. Jahrhundert sehr ungewöhnlich waren […].« [21] Damit die Betreiber der Offizinen an dem Verkauf ihrer Bücher verdienen konnten, war die Produktion einer gewissen Mindestauflage erforderlich. »Da sich die Satzkosten eines Buches nicht änderten, egal wie oft man es reproduzierte, stieg der Gewinn bei einer Erhöhung der Auflage überpropotional an.« [22]
Die einzelnen Titel wurden in der Frühphase des Buchdrucks meistens in 200 bis maximal 400 Exemplaren hergestellt. [23] Wie bei der Produktion der Gutenberg-Bibel verdeutlicht werden konnte, war es zu dieser Zeit möglich, schon mit sehr niedrigen Stückzahlen einen beträchtlichen Gewinn zu erzielen. Aufgrund der hohen Bücherpreise und der sehr guten Absatzmöglichkeiten war außerdem das wirtschaftliche Risiko noch recht gering. [24]
Einzig die Bezahlung durch den Käufer konnte gegebenenfalls eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen: »Da Bücher größeren Umfangs in den ersten Jahrzehnten des Buchdrucks Wertobjekte darstellten, war ihr Kauf auf Raten keine Seltenheit.« [25] Aber natürlich verfügten auch die Buchdrucker über die Möglichkeit, die Herstellung ihrer Druckwerke über Kredite zu finanzieren.
Mit der wachsenden Konkurrenz durch neu errichtete Druckereien und der damit verbundenen Steigerung der Buchproduktion erhöhte sich nun aber der ökonomische Druck auf die Produzenten. Während im Zeitraum von 1460 bis 1469 nach vorläufigen Schätzungen von Neddermeyer im deutschen Sprachraum zirka 74.000 Bücher aus der Druckerpresse kamen, waren es im folgenden Jahrzehnt schon mehr als 630.000 und von 1490 bis 1499 sogar über 3 ½ Millionen. [26] Zum Vergleich sei erwähnt, daß in der gesamten ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts etwa 468.000 und während der stärksten Phase der handschriftlichen Vervielfältigung zwischen 1460 und 1469 immerhin über 195.000 Manuskripte hergestellt wurden. [27]
Das quantitativ stark verbesserte Angebot führte zunächst um 1470 und nochmals um 1480 zu drastischen Preiseinbrüchen an den Buchmärkten. [28] »Die Gewinne pro Exemplar sanken, so daß es aus Gründen der Rentabilität erforderlich wurde, zahlreiche Bücher auf einmal herzustellen.« [29] Um 1480 wurde dementsprechend eine Auflagenhöhe von durchschnittlich 400 Exemplaren erreicht [30], bevor zum Ende des 15. Jahrhunderts schließlich »vierstellige Stückzahlen […] keine Seltenheit mehr [waren], im Gegenteil: Auflagen von 1.000 Exemplaren wurden zu einer Art Standard« [31].
Die Produktion geschah nun nicht mehr, wie im Manuskriptzeitalter und bei den ersten Drucken hauptsächlich »auf Einzelanfrage hin, sondern auf Vorrat« [32]. Zwar hatte sich infolge des stetig steigenden Bücherbedarfs schon im 15. Jahrhundert auch »das Schreibwesen zunehmend von einzelnen Kopieraufträgen zu größeren kaufmännisch organisierten Abschreibeunternehmen« [33] entwickelt – professionell produzierende Schreibwerkstätten mit Lagerhaltung, wie jene des oft genannten Diebold Lauber, blieben dabei aber Ausnahmeerscheinungen. [34] Die Betreiber der Offizinen mußten jetzt ein viel höheres finanzielles Risiko tragen, da sie die vollständige Finanzierung jeder Auflage im voraus übernahmen, ohne einschätzen zu können, wieviele Exemplare am Ende würden abgesetzt werden können. Außerdem mußten für die größeren Produktionsmengen auch »der notwendige Lagerraum und entsprechende Transportkapazitäten […] bereitgestellt und bezahlt werden«[35]. Daher versuchten die Buchdrucker beispielsweise durch Einsparungen beim Papierverbrauch die Herstellungskosten zu verringern. Waren die ersten Inkunabeln häufig »noch großformatige Folianten für den liturgischen oder universitären Gebrauch, so wurde das Format ab etwa 1480 deutlich verkleinert« [36]. Zudem ist schon seit den 1470er Jahren ein kontinuierlicher Rückgang des Buchumfangs zu beobachten. In der Zeit von 1460 bis 1469 hatte ein gedrucktes Buch noch durchschnittlich 145 Blätter, am Ende des 15. Jahrhunderts hingegen reduzierte sich sein Umfang im Mittelwert auf nur noch 94 Blätter. [37]
Um den zunehmend unsicherer werdenden kommerziellen Erfolg ihrer Bücher zu fördern, begannen die Drucker und Verleger damit, ihre Produkte potentiellen Käufern bekanntzumachen und Bücherlisten, Rundschreiben und Flugblätter herauszubringen. [38] Bald erkannten sie aber, daß es viel effektiver war, jedes ausgedruckte Exemplar für sich selbst Reklame machen zu lassen. So versahen die Buchdrucker ihre Bücher in wachsendem Maße mit Titelblättern, die neben Autor und Werk auch den Hersteller aufführen – diese Angaben waren der Schreibertradition entsprechend bis dahin im Kolophon am Ende des Textes enthalten –, und betonen dort zusätzlich die Rualität, den Nutzen oder gar die Notwendigkeit des nachfolgenden Textes für den Leser. [39]
Wenn sie die Vorzüge ihrer Produkte herausstellen wollen, so geschieht dies im wesentlichen dadurch, daß sie darauf hinweisen, daß das Lernen aus Büchern für den Leser gegenüber anderen Formen der Erfahrungsgewinnung größere Vorteile an Geschwindigkeit und Bequemlichkeit bietet. In diesem Sinne weist Bernhard von Breydenbach seine Leser darauf hin, daß ihnen die Lektüre der ›Reise in das Heilige Land‹ die Mühe des Reisens erspart […]. Statt dessen schließt der Leser an die Informationen an, die von dieser Reisegesellschaft gewonnen wurden. [40]
Für den Käufer dürfte sich auch ein gewisser finanzieller Vorteil ergeben haben, wenn wie hier die Kosten für eine Reise durch den Erwerb eines im Verhältnis günstigen Buchs eingespart werden konnten. In dem von Bernhart Maler und Erich Ratdold im Jahr 1478 herausgegebenen Calendarium des Johannes Regiomontanus wird auf dem Titelblatt dementsprechend der Gebrauchswert des enthaltenen Textes hervorgehoben: »Das Büchlin behende du billich lernen sollt Vnd es achten für Edelgestein, Silber und Gold« [41]. Ein solcher Vergleich kann von den Buchdruckern deswegen leicht hergestellt werden, weil »bei der Wertbestimmung unterschiedliche Systemreferenzen zugrunde liegen« [42]. Während der Buchdrucker sich für die Preisfindung an den Gegebenheiten des Marktes orientieren muß, spielt »der private Gewinn, den der einzelne Leser eines Buches aus seiner privaten Lektüre zu ziehen vermag, für den Handel im Grunde gar keine Rolle« [43]. »Dieser Gewinn stellt sich erst als das Resultat weiterer Transformationen der Information im Bewußtsein und Handeln der Leser her.« [44]
Während eben diese Leser zunächst – wie auch bei den Auftragswerken – noch in den bessergestellten Schichten der Bevölkerung zu suchen sind, führten die fallenden Buchpreise ebenfalls dazu, daß Bücher nun für weit mehr Menschen erschwinglich waren. [45] So stellt Sebastian Brant ein wenig überspitzt fest: »Was einst allein der Reiche und der König besaß, findet sich jetzt überall, selbst in der einfachen Hütte: Ein Buch« [46].
Die hier exemplarisch dargestellten Versuche der Druckunternehmer, durch Werbe- und Sparmaßnahmen ihre finanzielle Situation zu verbessern, waren natürlich nicht immer von Erfolg gekrönt. Das Druckgewerbe war im Gegenteil durch wirtschaftliche Nöte und Bankrotte gekennzeichnet. [47] Insbesondere kleinere Offizinen waren hiervon häufiger betroffen, da sie nicht immer über das notwendige Kapital verfügten, um die zur profitablen Produktion notwendigen Stückzahlen herzustellen und dazu geeignete Vermarktungs- und Vertriebsstrukturen zu entwickeln, die die Bücher an den Kunden hätten bringen können. [48] Zudem waren die kleineren und mittleren Druckbetriebe in viel stärkerem Maße von dem Verkauf eines einzelnen Titels abhängig als größere Unternehmen. Letztere konnten aufgrund ihres breiteren Angebots einen kommerziellen Mißerfolg viel leichter ausgleichen.
Längst nämlich waren die Buchdrucker auch zu Buchhändlern geworden, die sich nicht nur um die »ökonomisch richtige Auswahl ihrer Druckvorhaben, der Verlagsartikel, und die Beschaffung geeigneter Handschriften als Druckvorlagen, sondern auch um den Vertrieb ihrer Bücher bemühen mußten« [49]. Zum Ende der Inkunabelzeit wurde der Buchmarkt deswegen von »weniger als zwanzig sehr leistungsfähigen Produktionsorten mit einem hohen Ausstoß und bedeutenden Offizinen beherrscht, denen viele kleine, auch nur zeitweilig arbeitende, Druckerstädte gegenüber stehen« [50].
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Quellenangaben
(1) Füssel: Gutenberg, S. 100
(2) Wolfgang Schmitz: »Gegebenheiten deutschsprachiger Textüberlieferung vom Ausgang des Mittelalters bis zum 17. Jahrhundert«, in: Werner Besch (Hrsg.): Sprachgeschichte. Ein Handbuch zur Geschichte der deutschen Sprache und ihrer Erforschung. 2. vollst. neu bearb. und erw. Aufl., Berlin / New York 1998, S. 324
(3) Ebd. Es sind aber »nicht alle Städte, die über günstige Standortvoraussetzungen verfügen, zu frühen Druckorten geworden. In Trier wird erst 1547 gedruckt, da Köln als Druckerstadt sich früh und machtvoll etabliert hat, ebenso wie Frankfurt am Main durch die Nähe zu Mainz als Produktionsort erst 1511 über eine Offizin verfügt« (Ursula Rautenberg: »Von Mainz in die Welt: Buchdruck und Buchhandel in der Inkunabelzeit«, in: Gutenberg. aventur und kunst. Vom Geheimunternehmen zur ersten Medienrevolution, Mainz 2000, S. 240).
(4) Vgl. Mazal: Die Überlieferung der antiken Literatur, S. 29
(5) Vgl. Rautenberg: Von Mainz in die Welt, S. 238
(6) Vgl. Neddermeyer: Von der Handschrift zum gedruckten Buch, S. 149
(7) Vgl. Mazal: Die Überlieferung der antiken Literatur, S. 29
(8) Rautenberg: Von Mainz in die Welt, S. 239. Ganz anders sehen aber die Zahlen bei Giesecke aus, obwohl sich beide Forscher mit Teichel (Robert Teichel: »Der Wiegendruck im Kartenbild«, in: Bibliothek und Wissenschaft, Bd. 1, 1964, S. 201-265) auf die gleiche Ruelle beziehen: »Gegen Ende des 15. Jahrhunderts wird an mehr als zweihundertfünfzig Orten in Europa gedruckt« (Giesecke: Der Buchdruck in der frühen Neuzeit, S. 64). Der Fehler liegt hier aber bei Giesecke, denn erst wenn man sämtliche Orte addiert, »an denen irgendwann im Inkunabelzeitalter einmal gedruckt wurde, kommt man […] auf über 200« (Neddermeyer: Von der Handschrift zum gedruckten Buch, S. 149).
(9) Vgl. Neddermeyer: Von der Handschrift zum gedruckten Buch, S. 395 ff. In der Inkunabelzeit waren insbesondere die Städte Venedig, Köln, Basel und Paris europäische Zentren des Buchexports (vgl. ebd. S. 399).
(10) Vgl. Brandis: Handschriften- und Buchproduktion, S. 180
(11) Karl Dachs & Wieland Schmidt: »Wieviele Inkunabelausgaben gibt es wirklich?«, in: Bibliotheksforum Bayern 2 (1974), S. 90
(12) Neddermeyer: Von der Handschrift zum gedruckten Buch, S. 120
(13) Vgl. ebd., S. 119
(14) Giesecke: Der Buchdruck in der frühen Neuzeit, S. 65
(15) Ebd., S. 194
(16) Ebd., S. 71
(17) Rautenberg: Von Mainz in die Welt, S. 247
(18) Giesecke: Der Buchdruck in der frühen Neuzeit, S. 71
(19) Giesecke: Von den Mythen der Buchkultur zu den Visionen der Informationsgesellschaft. Trendforschungen zur kulturellen Medienökologie, Frankfurt a. M. 2002, S. 91
(20) Ebd., S. 87
(21) Brandis: Handschriften- und Buchproduktion, S. 186 f.
(22) Neddermeyer: Von der Handschrift zum gedruckten Buch, S. 391
(23) Vgl. ebd., S. 132
(24) Vgl. von Polenz: Deutsche Sprachgeschichte, S. 128
(25) Vgl. Hoffmann: Die Gutenbergbibel, S. 307
(26) Vgl. Neddermeyer: Von der Handschrift zum gedruckten Buch, S. 388
(27) Vgl. ebd.
(28) Vgl. Hartweg: Die Rolle des Buchdrucks, S. 1418. Die Buchpreise konnten schon im Manuskriptzeitalter durch die Einführung des Papiers gesenkt werden, »weil neben dem teueren, nur begrenzt erhältlichen und aufwendig zu präparierenden Pergament plötzlich ein weit billigerer und relativ leicht, wenn nicht gar unbegrenzt verfügbarer Beschreibstoff zur Verfügung stand« (Neddermeyer: Von der Handschrift zum gedruckten Buch, S. 256). Claus W. Gerhardt räumt der Einführung des Papiers auch deshalb einen besonders hohen Stellenwert ein und bezeichnet sie sogar als die »erste grundsätzliche Revolutionierung der Buchherstellung« (Claus W. Gerhardt: »Die drei Revolutionierungen der Buchherstellung. Am Anfang war das Wort« in: Holger Nickel & Lothar Gillner (Hrsg.): Johannes Gutenberg. Regionale Aspekte des frühen Buchdrucks, Berlin 1993, S. 127).
(29) Neddermeyer: Von der Handschrift zum gedruckten Buch, S. 390
(30) Vgl. Brandis: Handschriften- und Buchproduktion, S. 187
(31) Neddermeyer: Von der Handschrift zum gedruckten Buch, S. 391
(32) Füssel: Gutenberg, S. 91
(33) Brandis: Handschriften- und Buchproduktion, S. 182
(34) Vgl. Neddermeyer: Von der Handschrift zum gedruckten Buch, S. 25. Der Meinung McLuhans, daß erst der Buchdruck »die Rolle des Erzeugers von derjenigen des Verbrauchers« (McLuhan: Gutenberg-Galaxis, S. 253) zu trennen vermochte, kann also nicht zugestimmt werden.
(35) Neddermeyer: Von der Handschrift zum gedruckten Buch, S. 391
(36) Füssel: Gutenberg, S. 91. Die Verkleinerung ergibt sich aus der Berechnung des durchschnittlichen Formats gedruckter Bücher und nicht etwa aus der Entwicklung neuer Erscheinungsformen des Mediums Buch durch die Drucker. Es gilt nämlich festzustellen, daß schon »vor der Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Typen zunehmend Bücher […] in verschiedener Form für unterschiedliche Zwecke gebraucht wurden« (Isa Fleischmann-Heck: »Schrift im Gebrauch. Lese- und Schreibkultur im Spätmittelalter«, in: Stadt Mainz (Hrsg.): Gutenberg. aventur und kunst. Vom Geheimunternehmen zur ersten Medienrevolution, Mainz 2000, S. 150). »Aufgrund ihrer Mobilität und mit Blick auf den praktischen Gebrauch für ihre Predigertätigkeit ließen die Bettelmönche und akademischen Lehrer die großen Folianten in kleinere Formate umschreiben. […] Auch für die Studierenden an den Universitäten war der Transportaspekt nicht unwichtig« (Faulstich: Medien und Öffentlichkeit im Mittelalter, S. 121). »Vermutlich im 14. Jahrhundert kamen [daher] Beutelbuch und Faltbuch auf, die an der Hand mitgetragen oder am Gürtel befestigt werden konnten« (Fleischmann-Heck: Schrift im Gebrauch, S. 150).
(37) Vgl. Neddermeyer: Von der Handschrift zum gedruckten Buch, S. 158 f.
(38) Vgl. Eisenstein: Die Druckerpresse, S. 28
(39) Vgl. Neddermeyer: Von der Handschrift zum gedruckten Buch, S. 338 f. Als erster stellte Hans Folz 1479 seinem Krieg der Dichter ein Titelblatt voran, welches keine Unterschiede zu der heute üblichen Form aufweist (vgl. ebd., S. 339).
(40) Giesecke: Der Buchdruck in der frühen Neuzeit, S. 516. Was Giesecke hier mit Blick auf das Zeitalter nach der Erfindung des Buchdrucks feststellt, ist nach Meinung von Horst Wenzel bereits für das Manuskriptzeitalter zu konstatieren: »Wer nicht Reisen konnte, so läßt sich jedoch auch schon für Hugo von Trimberg […] festhalten, kann diesen Nachteil ausgleichen, wenn Bücher bei ihm einkehren« (Horst Wenzel: Hören und Sehen, Schrift und Bild. Kultur und Gedächtnis im Mittelalter, München 1995, S. 222).
(41) Zitiert nach Karl Schottenloher: »Titelreime mit Buchanpreisungen aus der Frühdruckzeit«, in: Börsenblatt für den deutschen Buchhandel, 24. Jg. (1927), H. 33, S. 1
(42) Giesecke: Der Buchdruck in der frühen Neuzeit, S. 643
(43) Ebd.
(44) Ebd.
(45) Vgl. Leonhard Hoffmann: »Buchmarkt und Bücherpreise im Frühdruckzeitalter. Der Antoniter Petrus Mitte de Caprariis als Käufer der ersten Frühdrucke in Rom (1468/69)«, in: Gutenberg-Jahrbuch 2000, S. 81
(46) Zitiert nach Giesecke: Der Buchdruck in der frühen Neuzeit, S. 723
(47) Vgl. Hartweg: Die Rolle des Buchdrucks, S. 1420
(48) Vgl. Neddermeyer: Von der Handschrift zum gedruckten Buch, S. 406 f.
(49) Lüfling: Johannes Gutenberg, S. 99. Bereits im frühen Stadium des Buchdruckergewerbes hatten einige Druckunternehmer den überregionalen Vertrieb ihrer Bücher an sie auswärtig vertretende Agenten und Reisediener übertragen, unter anderem weil sie als Handwerksmeister vorwiegend an die Werkstatt gebunden waren (vgl. ebd.). Für den Verkauf ihrer Produkte in der näheren Umgebung gliederten die Drucker, wie zum Beispiel Günther Zainer in Augsburg, ihrer Offizin ein Verkauflokal an (vgl. Cornelia Schneider: »Mainzer Drucker – Drucken in Mainz (II). Der Erstdrucker: Gutenberg«, in: Gutenberg. aventur und kunst. Vom Geheimunternehmen zur ersten Medienrevolution, Mainz 2000, S. 212).
(50) Rautenberg: Von Mainz in die Welt, S. 239